Nächster Halt: Rudolfstetten-Friedlisberg

Das Leben ist eine Reise. Eine Reise, die jeder Mensch individuell antritt und gestaltet. Eine Reise die beinahe so einzigartig und unvergleichlich verläuft wie der Fingerabdruck eines jeden Menschen. So ist es doch eine Eigenschaft und gleichzeitig der kleinste gemeinsame Nenner aller Lebenswege, dass, egal wie individuell doch die Lebensgestaltung abläuft, jede und jeder ständig abreist und irgendwo ankommt.

Als kleiner Junge übte ich mich im Auswendiglernen von Namen von Haltestellen und murmelte diese jeweils vor der offiziellen Ansage des Buschauffeurs oder der BDB-Ansagestimme: Nächster Halt; Mattenhof – Nächster Halt; Widen Dorf – Nächster Halt; Rudolfstetten. Gleichzeitig interessierte es mich brennend, welche Menschen wo aussteigen, und ob ich die Gesichter bei der nächsten Fahrt den richtigen Haltestellen zuordnen konnte. Dies natürlich bevor diese den Halteknopf drückten, oder gar aufstanden und sich, meist viel zu früh, aussteigeparat machten. Ich interessierte mich für die Geschichten dieser Aus- und Einsteiger, und welche Reisen diese wohl gerade gemacht hatten oder antraten um irgendwann wieder anzukommen. Welche Berufe die wohl ausübten, um zu dieser Zeit zurückzukehren, welche Ausflüge mit dem Aussteigen ein wunderbares Erlebnis abschlossen.

Das Ankommen vereint eine enorme Kraft in sich, beinahe etwas mystisches, so zumindest mein Empfinden. Und doch ist Ankommen nur eine temporärer Wert, ein Moment der Rast an einem Ort des Wohlbefindens, solange bis die Reise weitergeht. Zugegeben, die Halbwertszeit des Ruhens ist genau so unterschiedlich, wie die Lust am Reisen oder der Drang zum Sesshaft werden. Ich schätze mich glücklich dass ich unser Daheim zu einem Ort der Ruhe und Zufriedenheit selber gestalten kann. Es ist ein Privileg, welches vielen Menschen vorenthalten bleibt.

Seit vielen Jahren ist Rudolfstetten-Friedlisberg meine Oase des Wohlfühlens. Es ist das Vertraute Umfeld, der Ort der spürbaren Sicherheit und die geographische Umgebung, die ich aus dem ff kenne. Es sind die Quartiere und Strassen, die Waldwege und Wiesen, die Brötlistellen und zahlreichen Brunnen, die ich mit meinen Kindern gefühlt schon 1000 Mal erforscht, entdeckt und durchlaufen habe.

Es sind die sozialen Kontakte, die über die Jahre entstanden sind, welche meine Familie und mich in eine Gemeinschaft einbetten. Es sind die hohe Lebensqualität und Infrastruktur, welche uns enorme Freiheiten ermöglichen. Es sind die spontanen Begegnungen und Gespräche, welche den normalen Alltag erfrischend unterbrechen. Es sind diese und viele weitere Aspekte, die unsere Heimat für uns so enorm lebenswert machen und mich im AVA-Zug leise flüstern lassen:

Nächster Halt: Rudolfstetten-Friedlisberg.

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